F.A.Q.

„Wie funktioniert die Kurseinstufung in der integrierten Gesamtschule ?“

In den Integrierten Gesamtschulen gibt es in einigen Fächern die so genannte Fachleistungsdifferenzierung: Man kennt das als A-B-C-Kurse oder E-G-Kurse. Sie beginnt in der Regel in Deutsch, Mathematik und in der ersten Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 7, in Physik und Chemie in der Jahrgangsstufe 9. Abweichungen sind möglich, siehe dazu § 27 Abs. 2 HSchG. Über Umfang und Zeitpunkt der Fachleistungsdifferenzierung entscheidet die Gesamtkonferenz (§ 133 Abs. 5 HSchG). Schulelternbeirat und Schülerrat müssen zustimmen (vgl. § 110 Abs. 2 bzw. § 122 Abs. 5 HSchG). Sie haben auch ein Vorschlagsrecht ( vgl. § 110 Abs. 4 bzw. § 122 Abs. 5 HSchG). Die Schulkonferenz kann zu Fragen der Fachleistungsdifferenzierung Empfehlungen abgeben (§ 128 Abs. 2 HSchG). Die Zuordnung der Schülerinnen und Schüler erfolgt – für jedes Fach gesondert – auf Grund des Lernverhaltens und der Leistungsentwicklung. Bevor die Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal in die Kurse eingestuft werden, haben die Eltern das Recht auf ausführliche Beratung. Sie entscheiden, auf welches Niveau ihr Kind eingestuft wird. Wenn die Lehrkräfte die Einschätzung der Eltern nicht teilen, kann ein zweites Beratungsgespräch erfolgen. Letztendlich entscheiden die Eltern (vgl. § 77 Abs. 5 und 3 HSchG). Allerdings gilt diese Einstufung nur für ein halbes Jahr. Danach entscheidet die Schule (die Klassenkonferenz) endgültig, welchen Kurs die Schülerin oder der Schüler besuchen muss. Wenn sich herausstellt, dass eine Schülerin oder ein Schüler im besuchten Kursniveau unter- bzw. überfordert ist, erfolgt eine Umstufung. Vor einer beabsichtigten Umstufung müssen die Eltern informiert und beraten werden. Wenn sie der Umstufung widersprechen, wird zunächst ihr Wunsch berücksichtigt. Nach einem halben Jahr entscheidet die Schule (die Klassenkonferenz) endgültig. Diese Entscheidung muss den Eltern schriftlich mitgeteilt werden (vgl. § 17 und § 18 VO Schulverhältnis).   Quelle: Elternbund

„Ich habe gehört, dass die Arbeitsagenturen die Kosten für Klassenfahrten von Kindern, deren Eltern Hartz IV-Empfänger sind, übernehmen müssen. Stimmt das?“

Der 14. Senat des Bundessozialgerichts hat am 13. November 2008 im Verfahren B 14 AS 36/07R festgelegt, dass die Kosten für eine Klassenfahrt für Kinder von Hartz-IV-Empfängern von den Arbeitsagenturen in voller Höhe übernommen werden müssen. Dies gilt auch dann, wenn die Kosten den vorgegebenen Rahmen (z.B. durch Erlasse) überschreiten. Das ist konsequent, denn die Teilnahme an einer Klassenfahrt ist Pflicht.
Die Kosten werden für immer mehr Eltern ein Problem. In Hessen setzt der Wandererlass zwar Höchstgrenzen für die Kosten von Klassenfahrten fest, Elternbeiräte und Lehrkräfte sollten aber daran denken, dass für Eltern mit geringem Einkommen, Klassenfahrten eine hohe finanzielle Belastung darstellen. Natürlich gibt es Zuschussmöglichkeiten seitens der Kommunen, des Schulträgers, des Fördervereins o.ä. Eine andere Möglichkeit bieten schulinterne Solidaritätsfonds. Hier zahlen alle Schüler, die an einer Klassenfahrt teilnehmen, einen geringen Betrag pro weggefahrenem Tag ein (z.B. 0,50 €). Die daraus resultierenden Mittel werden dann schulintern im Rahmen eines Zuschusses an finanzschwächere Familien ausgeschüttet. Aber oft schämen sich betroffene Familien über ihre finanziellen Probleme zu reden. Deshalb sollte bereits bei der Planung genau überlegt werden, wie eine Klassenfahrt gestaltet werden kann, damit alle die Möglichkeit haben, teilzunehmen.   Quelle: Elternbund

„Habe ich als Mutter das Recht auf Einblick in die Schülerakte? Und kann ich dabei eine Person meines Vertrauens mitnehmen?“

Einsicht in die Schülerakte wird durch § 72 Abs. 5 HSchG (Hessisches Schulgesetz) geregelt.
Recht auf Akteneinsicht (einschließlich Prüfungsunterlagen) haben demnach:

  • die Eltern minderjähriger Schülerinnen und Schüler
  • Schülerinnen und Schüler, die das 14. Lebensjahr vollendet haben
  • volljährige Schülerinnen und Schüler
  • die Eltern volljähriger Schülerinnen und Schüler, sofern ihre Kinder ihnen eine entsprechende Vollmacht erteilen

Das Recht auf Einsicht bezieht sich immer nur auf die Schülerakte der jeweiligen Schülerin bzw. des jeweiligen Schülers. Dabei hat man das Recht, Kopien oder Auszüge zu machen. Daten Dritter müssen vorher entfernt oder geschwärzt werden. Sollte dies nicht kurzfristig möglich sein, kann nur eine mündliche Auskunft erteilt werden. Bei der Einsichtnahme ist ein Mitglied der Schulleitung oder eine von ihr beauftragte Person anwesend. Jede Einsichtnahme wird schriftlich vermerkt. Jeder, nicht nur ein Rechtsanwalt, darf einem Elternteil als „Beistand“ zur Seite stehen: „Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht…“ (§ 14 Abs. 4 Hessisches Verwaltungsverfahrensgesetz). Noch weitergehend ist der Bevollmächtigte, der den Beteiligten vertritt und ihm nicht nur beisteht. Auch dies kann im Verwaltungsverfahren jeder und nicht nur ein Anwalt sein. Einzige Voraussetzung ist eine entsprechende Vollmacht des Beteiligten.   Quelle: Elternbund